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Mehr als eine harmlose "Schummelei": Steinfurter Campus-Dialoge beleuchten die Diesel-Debatte

Prof. Dr. Isabelle Franzen-Reuter und Prof. Dr. Florian Altendorfner erläuterten den zahlreich erschienenen Besuchern die wissenschaftlichen Hintergründe der aktuellen Diskussion rund um Dieselmotoren und Schadstoffgrenzen.

„Das war keine harmlose ‚Schummelei‘ der Autokonzerne, das war Betrug – zu Lasten von Umwelt und Gesundheit.“ Mit diesen klaren Worten ordnete Franzen-Reuter die in den vergangenen Jahren aufgedeckten Manipulationen an Diesel-Abgasanlagen ein. „Technologisch wäre es möglich gewesen, die Fahrzeuge so auszustatten, dass die Grenzwerte eingehalten werden können. Als Ingenieur finde ich es besonders schade, dass aus Kosten- und Marketinggründen andere Entscheidungen getroffen wurden“, ergänzte Altendorfner. Beide Wissenschaftler sind an unserem Fachbereich Energie - Gebäude - Umwelt tätig.

Warum saubere Luft so wichtig ist, verdeutlichte Immissionsschutzexpertin Franzen-Reuter: „Feinstaub und Stickstoffoxide können eine erhebliche Wirkung auf den menschlichen Körper haben, zum Beispiel Erkrankungen der Lunge oder des Herzkreislaufsystems auslösen“, sagte sie. „Natürlich fällt keiner tot um, weil er mal neben einem Diesel-Pkw steht. Aber dass Immissionen, die durch den Straßenverkehr entstehen, die Gesundheit der Menschen gefährden, ist durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen belegt.“

Warum stehen ausgerechnet Dieselfahrzeuge im Mittelpunkt der Schadstoff-Diskussionen? Diesem Thema ging Emissionsexperte Altendorfner auf den Grund. In Bezug auf die Abgasemissionen wies er auf den entscheidenden Unterschied zwischen Dieselmotor und Ottomotor, der in Benzinern verbaut ist, hin: „Der Ottomotor produziert zwar mehr Schadstoffe, aber diese können zum Großteil durch den gut funktionierenden Drei-Wege-Katalysator umgewandelt werden. Da der Dieselmotor mit Sauerstoffüberschuss arbeitet, kann der Drei-Wege-Kat dort nicht eingesetzt werden. Die Folge ist, dass wesentlich mehr Stickstoffoxide emittiert werden.“ Durch Speicherkatalysatoren und die Zugabe von Harnstoff (AdBlue) kann der Ausstoß an NOx verringert werden. Autohersteller hätten in den vergangenen Jahren begonnen, diese beiden Systeme zu kombinieren, um so die Grenzwerte einzuhalten.

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