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Ministerbesuch in Saerbeck: Energiespeicher gehen in Betrieb

Das Forschungsprojekt EnerPrax von Prof. Dr. Christof Wetter und seinem Team ist nun so weit fortgeschritten, dass die Energiespeicher im Saerbecker Bioenergiepark offiziell in Betrieb gegangen sind. Dafür gab es hohen Besuch: von NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Dr. Donald Wu, einem Hersteller von Batteriespeichern aus Taiwan.

„Wie schaffen wir es, überschüssige Energie lokal und dezentral zu speichern?“, fragte Wetter, und genau das ist das Kernanliegen von EnerPrax. Der Bioenergiepark in der Klimakommune produziert sage und schreibe vier Mal so viel Strom aus erneuerbaren Energien per Windkraft, Photovoltaik und Biogas, wie die Gemeinde zur Selbstversorgung benötigt. Deshalb folgende Idee: überschüssige Energie ökologisch und ökonomisch sinnvoll speichern und wieder einsetzen, um damit Bedarfe auszugleichen – und sich somit komplett loszueisen von Strom aus Kohle oder Atomkraft. Denn auf den muss zum Beispiel nachts oder an kalten dunklen Tagen zurückgegriffen werden. „Theorie und Umsetzung liegen da aber weit auseinander“, weiß auch Wilfried Roos, der Saerbecker Bürgermeister.

Welcher Speicher eignet sich wofür am besten? Wie lassen sich einzelne Speicher sinnvoll kombinieren und in die Energiegewinnung integrieren? Und welche Technologien gibt es dafür überhaupt bislang? Die Ergebnisse sind auch für andere Städte und Gemeinden interessant. „Fast zwei Drittel von NRW sind ähnlich wie Saerbeck“, erläuterte Wetter. Das hatte sein Forscherteam anhand von Energiepotenzialen auf einer interaktiven Karte errechnet.

Wirtschaftsminister Pinkwart zeigte sich angetan vom Projekt und auch ganz allgemein vom Bioenergiepark. „Warum lange klagen – lieber die Ärmel aufkrempeln und die Dinge anschieben. Ganz herzlichen Dank, dass Sie mutig vorangehen!“ In Zukunft müssten sich alle noch viel mehr auf erneuerbare Energien stützen, gleichzeitig müsse man Energie marktwirtschaftlich gestalten. „Wir könnten in Deutschland beispielsweise 65 Terrawattstunden an Photovoltaik nutzen – in der Realität haben wir aber nur fünf bis sechs Terrawattstunden. Da liegt ein unheimliches Potenzial.“ Die Klimaziele zu erfüllen, das stelle alle vor große Herausforderungen. „Und das müssen wir im Großen wie im Kleinen diskutieren.“

Der zweite Ehrengast hatte eine wesentlich längere Anreise als alle anderen: Dr. Donald Wu, ein Hersteller von Batteriespeichern, war extra aus Taiwan hergeflogen. Er hatte dem Projektteam zwei Lithium-Ionen-Eisen-Phosphat-Speicher geschenkt und komplettiert damit die Möglichkeiten der grünen Energiespeicherung. „Es ist eine große Ehre für mich, Teil dieses wundervollen Projekts zu werden“, sagte er. „Ich bin sicher, diese bedeutende Unterstützung wird dem Projekt weitere dynamische Entwicklungen ermöglichen und neues Wissen und wertvolle Erfahrungen liefern, nicht nur für Deutschland, sondern auch für ganz Europa und die Welt.“

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