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Freund oder Feind? Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz

Vortrag an der FH Münster: Prof. Dr. Michael Bücker über die Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung


Münster (11. Januar 2019). Der digitale Fortschritt verändert zunehmend die Arbeitswelt. Dabei gehört die Künstliche Intelligenz (KI) zu den Antriebskräften der Digitalen Revolution. Die einen preisen sie als Fortschritt der Wirtschaft, die anderen befürchten, dass Maschinen den Menschen vom Arbeitsmarkt verdrängen. „Die Wahrheit liegt in der Mitte“, sagt Prof. Dr. Michael Bücker von der FH Münster, der gestern (10. Januar) während der Ringvorlesung „New Work – Wie die Digitale Transformation die Arbeitswelt verändert“ über KI am Arbeitsplatz sprach. Mehr als 100 Praktiker und Studierende waren dazu ins Fachhochschulzentrum (FHZ) gekommen.

Bereits heute übernimmt die KI Aufgaben im Arbeitsalltag, etwa bei der automatisierten Kundenbetreuung. Wo Kunden einst lange in der Warteschleife steckten, um ihre Fragen oder Beschwerden loszuwerden, hören mittlerweile häufig Chatbots zu und helfen dabei, das Problem zu lösen. Ist das Problem komplexer, leiten sie den Kunden an einen menschlichen Betreuer weiter. Dieser Weg werde in Zukunft typisch sein, prognostiziert der Hochschullehrer. Computer lösen Standardprobleme, während sich Menschen mit komplexeren Lösungen beschäftigen.

Die Angst, dass massenweise Arbeitsplätze durch intelligente Computer bedroht seien, kann der FH-Professor vom Fachbereich Wirtschaft nicht bestätigen: „Es stimmt zwar, dass durch die Einführung der KI in die Arbeitswelt Mitarbeiter ersetzt werden, gleichzeitig entstehen aber auch neue Arbeitsplätze und Berufsbilder. Als der Computer am Arbeitsplatz eingeführt wurde, hatte man ähnliche Bedenken.“ Der 35-Jährige sieht die Entwicklung eher optimistisch und rät Arbeitgebern, ihre Mitarbeiter durch Fortbildungen und Umschulungen zukünftig auf die neuen Entwicklungen vorzubereiten. Gerade IT-Mitarbeiter und Datenspezialisten, sogenannte Data Scientists, werden benötigt, um die komplexen Maschinen zu entwickeln und zu warten – die seien jedoch rar. Er selbst hat vor seiner Berufung sieben Jahre als Data Scientist gearbeitet und spricht aus Erfahrung: „Die größte Hürde bei der Umsetzung ist der Fachkräftemangel. Es ist schwierig, gut ausgebildete Experten zu finden, weswegen ich in meinen Vorlesungen die Studierenden dazu ermutige, sich im Bereich Data Science weiterzubilden.“

Bücker schätzt die Zukunft der Arbeitswelt so ein, dass Arbeitnehmer zunehmend mit intelligenten Maschinen zusammenarbeiten werden. Solche Hybrid-Tätigkeiten sehe er als eine Erleichterung im Arbeitsalltag: „Der echte Mehrwert entsteht dann, wenn Mensch und Maschine gemeinsam agieren, und beide ihre Stärken einbringen. Dabei geht es weniger um das Machtspiel Mensch gegen Maschine, sondern mehr um die Ergänzung.“


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